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Geschichte

Die Maschinenfabrik Mikron AG wurde im Jahr 1908 in Biel (Schweiz) gegründet. Mit ihren Verzahnungsmaschinen und Werkzeugen leistete Mikron in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag zur Industrialisierung der Schweizer Uhrenindustrie. Ab 1960 weitete Mikron die industriellen Tätigkeiten unter anderem auf Fräsmaschinen, Kunststoffkomponenten und Bearbeitungssysteme aus. Mikron übernahm die Haesler SA, Boudry (Schweiz), die vor allem Transfermaschinen für die Uhrenindustrie herstellte, und die Albe SA, Agno (Schweiz), die mit ihren Rundtaktautomaten Weltmarktführerin für Maschinen zur Herstellung von Kugelschreiberspitzen war. Seit 1983 ist Mikron eine Publikumsgesellschaft. Innerhalb der letzten Jahren entwickelte sich Mikron zu einem global tätigen, technologisch führenden Anbieter von Fertigungs- und Automatisierungslösungen zur Herstellung von hochpräzisen Produkten in grossen Stückzahlen.

  • (1908 ‒ 1960) Die Ära der Gründer und Pioniere

    1908
    Am 20. April 1908 gründet der Uhrenfabrikant Karl Lüthy die Maschinenfabrik Mikron AG in Biel. Er übernimmt dafür die Mechanische Werkstätte von Henri Hauser mit 35 Mitarbeitenden. Zum ersten Direktor seiner Fabrik macht er Marc Woiblet.

    1909
    Woiblet holt den begnadeten Techniker-Konstrukteur William Dubois an seine Seite. Ihr Herz schlägt für die Uhrenindustrie und die Feinwerktechnik. Ganz im Geist der Schweizer Uhrenmachertradition verschreiben sie sich der Präzision.

    1912
    Mikron präsentiert ihre erste Zahnrad-Abwälzfräsmaschine und den ersten Wälzfräser für Zykloiden-Zahnformen - eine Pionierleistung.

    1921
    Mikron bringt die erste Universal Verzahnungsmaschine auf den Markt. Das Unternehmen erschliesst sich mit diesem Produkt erstmals einen breiten Abnehmerkreis, auch ausserhalb der Uhrenindustrie.

    1935
    Der bisherige Direktor Marc Woiblet wird Verwaltungsratspräsident und William Dubois ein Jahr später neuer Direktor. Es folgt eine Zeit, in der Maschinen und Werkzeuge laufend weiterentwickelt werden.

    1938
    Mikron gründet ihre erste Vorsorgeeinrichtung für ihre Mitarbeitenden. 1954 Als William Dubois stirbt, verwaist auch die technische Entwicklung. Die Ära der Gründer und Pioniere neigt sich ihrem Ende zu.

    1956
    Durch den konjunkturellen Aufschwung können die Produktionskapazitäten deutlich ausgebaut werden.

    1958
    Eine starke Rezession beginnt. Zwei Weltkriege und die dazwischenliegenden Wirtschaftskrisen hat Mikron unter grossen Entbehrungen unbeschadet überstanden, also wird sie auch diese Nagelprobe überstehen.

  • (1961 ‒ 1985) Expansion und Diversifikation

    1961
    Mikron startet ein umfangreiches, mehrjähriges Entwicklungsprogramm, das sämtliche Bereiche mit einschliesst: technische Neuentwicklungen, Erweiterung der Produktionskapazitäten und Modernisierung der Organisation. Eine Zeit der Expansion und Diversifikation beginnt.

    1961
    Die neu gegründete Mikron Holding AG übernimmt die Maschinenfabrik Mikron AG als erste Tochtergesellschaft.

    1962
    Am 1. Januar 1962 übernimmt Mikron die Haesler SA in Boudry, Schweiz, Herstellerin von Transfermaschinen. Im gleichen Jahr verzichtet Mikron auf die weitere Herstellung von Tischdrehbänken, Ebauche-Maschinen und Fräsmaschinen und investiert in eine Elektroerosions-Abteilung für die Herstellung von Fräsern und später von Spritzgussformen.

    1963
    Mikron übernimmt die J. Goulder & Sons Ltd. in Huddersfield, Grossbritannien, Herstellerin von Zahnradprüfgeräten. Die Firma wird in Goulder Mikron umbenannt. In das gleiche Jahr fällt die Gründung der eigenen Pensionskasse, in der Büroangestellte und Arbeiter in jeder Weise gleichgestellt sind. Die Neuregelung der Pensionsverhältnisse hat auch die Einführung des Monatslohns für alle Mitarbeitenden zur Folge.

    1965
    Es wird erstmals ein Transfermaschinentyp in Serienfertigung hergestellt.

    1966
    Mikron nimmt die Tradition des Fräsmaschinenbaus wieder auf und präsentiert eine neue Generation von Universal Werkzeugfräsmaschinen.

    1970
    Im Zuge der Substitution von Metall- durch Kunststoffzahnräder eröffnet das Unternehmen eine Kunststoffabteilung und steigt in die Produktion von Kunststoffteilen ein. Immer mehr Grosskunden möchten fertige Teile statt Spritzgussformen bestellen.

    1976
    Das erste auf der Rundtakt-Technologie basierende Montagesystem wird eingeführt: PolyfactorTM.

    1977
    Mikron präsentiert ihre erste Montageanlage und reagiert damit auf die zunehmende Automatisierung der Industrie allgemein sowie auf die rückläufigen Umsätze in der Uhrenindustrie.

    1978
    Mikron gründet die Verkaufsgesellschaft Mikron US Corporation in South Norwalk, CT/USA, die vier Jahre später nach Monroe, CT/USA, umzieht und zum Produktionsstandort wird.

    1983
    Mikron wird mit der öffentlichen Platzierung des Mehrheitspaketes an Namenaktien durch die Familie Gasser zur reinen Publikumsgesellschaft.

  • (1986 ‒ 1996) Internationalisierung

    1986
    Mikron übernimmt die Albe SA in Agno, Schweiz, sowie deren Verkaufsniederlassung in Tokio, Japan. Mit diesem strategischen Wachstumsschritt wird Mikron zum weltweit bedeutendsten Hersteller von Bearbeitungssystemen in einem spezifischen Anwendungsbereich.

    1986
    Mikron startet eine Zusammenarbeit mit einem strategischen Partner in China (heute Swisstec).

    1987
    Mikron beginnt eine auf mehrere Jahre angelegte fokussierte Ausrichtung des Geschäftsbereichs Bearbeitungs- und Montagesysteme: Die Sortimentsbreite wird gestrafft, Neuentwicklungen werden angestossen, und die Herstellung von Bearbeitungssystemen wird in Agno konzentriert.

    1988
    Die Herstellung der Bearbeitungssysteme MultifactorTM wird von Mikron SA Boudry, Schweiz, nach Agno verlegt. Einführung der PM-30 Rundtaktmaschine.

    1989
    In Zusammenarbeit mit Beaver Engineering Group p.l.c., England, kommt das erste Bearbeitungszentrum von Mikron auf den Markt. Im gleichen Jahr startet ein dreijähriges, umfangreiches Investitionsprogramm, welches das Potenzial von Mikron im Hinblick auf kommende Veränderungen nutzbar machen soll.

    1990
    Die Verkaufs- und Servicegesellschaft Mikron GmbH Rottweil, Deutschland, wird gegründet. Einführung des Bearbeitungssystems MultistarTM LX-24 für die Schreibgeräteindustrie.

    1990
    Am 27. Juni wird anlässlich einer ausserordentlichen Generalversammlung der unfreundliche Übernahmeversuch durch eine Aktionärsgruppe rund um den Investor Werner Fleischmann verhindert und damit ein neunmonatiger Abwehrkampf beendet.

    1991
    Mikron SA Agno konzentriert sich auf die Produktion von Transfer-Maschinen. Gründung der Division Machining Technology. Einführung des MultistarTM CX-24 Bearbeitungssystems.

    1992
    Einführung des Bearbeitungssystems MultistarTM LX-24 für industrielle Anwendungen und die Schreibgeräteindustrie.

    1993
    Einführung des Bearbeitungssystems MultistepTM.

    1994
    Entwicklung des linearen Montagesystems FlexifactorTM, basierend auf der Standard FlexcellTM Zelle.

    1995
    Nach der Krise der Jahre 1991 bis 1993 steht der Geschäftsbereich Fräsmaschinen kurz vor einer strategischen Kooperation, die anderen drei Geschäftsbereiche sind kerngesund.

  • (1997 ‒ 2007) Die Boomzeit ‒ und eine Neuausrichtung

    1997
    Mikron steht an einem Wendepunkt. Modern geführt, zeitgemäss in ihrem Angebot, jedoch stark abhängig vom eingeschränkten Fokus in der Geschäftstätigkeit Ihrer Kunden will das Unternehmen sein Portfolio ausgewogener gestalten. Als sichtbares Zeichen nach aussen führt Mikron ihr heutiges Erscheinungsbild ein und nennt sich im Hinblick auf geplante Wachstumsschritte Mikron Technology Group.

    1997
    Einführung der robotergesteuerten Montagezelle SyfastTM.

    1998
    Mit der Gründung von Mikron Tool SA Agno im Jahr 1998 verselbstständigt Mikron das Geschäft mit Schneidwerkzeugen. Im gleichen Jahr erfolgt die Übernehme der CEI Automation Inc. In Aurora, CO/USA, Herstellerin von Automationslösungen. Die Gesellschaft wird in Mikron Corp. Denver umbenannt. Beide Schritte stärken das Maschinengeschäft.

    1999
    Die Produktion des MultistepTM Bearbeitungssystems wird von der Mikron SA Agno nach Rottweil verlegt. Einführung der Hochleistungs-Bohrer-Linie CrazyDrillTM: Ein Vollhartmetallbohrer mit hochwertiger Beschichtung.

    2000
    Mikron verkauft den Bereich Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren an die Schweizer Agie Charmilles Gruppe und trennt sich damit von einem weiteren Geschäftsfeld, das historisch mit der Marke Mikron in Verbindung gebracht wird. Der Schritt vom Maschinenbauer zur Technologiegruppe scheint geschafft.

    2000
    Die hohen Erwartungen für den Handymarkt treiben den Aktienkurs des Komponentenherstellers Mikron auf über CHF 1‘500 hoch.

    2001
    Einführung des CrazyDrillTM Alu: Hochleistungs-Bohrer für Aluminium-Druckgussteile und Knetlegierungen.

    2002
    Durch den Wegfall des Hauptkunden muss die gesamte Mikron Gruppe restrukturiert werden. Es folgen Werkschliessungen, Personalabbau und der Verkauf strategisch weniger wichtiger Beteiligungen.

    2002
    Einführung des neuen linearen Hochleistungs-Montagesystems G05TM, das erstmals Taktfrequenzen von über 100 Zyklen pro Minute erlaubt und eine bisher unerreichte Präzision in der Montage ermöglicht.

    2002
    Einführung des MultistarTM LX-12 Bearbeitungssystems, das für den Einstieg in den High-Volume-Bearbeitungsmarkt konzipiert wurde. Einführung der Linie CrazyDrillTM Pilot: Hochleistungs-Bohrer für das Zentrieren und Bohren von Pilotbohrungen mit gleichzeitiger Anbringung einer Fase von 90°. ISO 9001 Qualitäts-Zertifikation von Mikron Tool SA Agno.

    2003
    Mikron gelingt eine umfassende Bilanzrestrukturierung anlässlich der ausserordentlichen Generalversammlung vom 18. Juni 2003. Dank dem Einstieg einer Schweizer Gruppe industrieller Investoren unter der Leitung des Verwaltungsrats Johann Niklaus Schneider-Amman sowie dem Entgegenkommen der Kreditgeber.

    2004
    Einführung des flexiblen Zuführsystems PolyfeedTM.

    2004
    Einführung der CrazyDrillTM Cool Linie: Hochleistungs-Bohrer mit Innenkühlsystem.

    2005
    Mikron trennt sich vom Geschäft mit Kunststoffkomponenten und verkauft die Division Plastics Technology. Damit ist die Rückbesinnung auf den Maschinen- und Anlagebau endgültig.

    2005
    Einführung des Mikron NRG-50TM Bearbeitungssystems. Umfassende Zertifikation von Mikron Tool SA Agno in Qualität, Umwelt und Sicherheit (ISO 9001, ISO 14001, OHSAS 18001).

    2007
    Mikron Machining erwirbt ein kleines Unternehmen in der Schweiz, um ihr Produktportfolio zu vervollständigen.

    2007
    Mikron erwirbt die auf kundenspezifische Automationslösungen spezialisierte Integral Systems Inc. in Singapur und öffnet damit Mikron Automation den Zugang zum aufstrebenden Markt Asien.

    2007
    Mikron eröffnet ihren eigenen Produktionsstandort in Singapur.

    2007
    Einführung des Bearbeitungssystems MultistepTM XT-200. Erweiterung des Angebots an Standard-Schneidwerkzeugen durch die Einführung des MiquDrillTM und von Profilfräsern.

  • (2008 ‒ 2012) Neue Chancen

    2008
    Die weltweite Wirtschaftskrise und der starke Schweizer Franken führen auch bei der Mikron Gruppe zu grossen Verlusten. Die Divisionen und Gesellschaften begegnen dieser Herausforderung mit Produktivitätssteigerungen und einem Ausbau der Aktivitäten in Asien sowie im Bereich der Schneidwerkzeuge.

    2008
    Gründung von Mikron Shanghai in China, die in erster Linie Subsysteme für Mikron Automation herstellt, daneben aber auch als Service-Hub für Mikron Machining dient.

    2008 und 2009
    Einführung des CrazyDrillTM Crosspilot, eines Pilotbohrers für Schrägflächen, des CrazyDrillTM Twicenters, eines Zentrierbohrers mit zwei integrierten Kühlkanälen und der Fasenfräser CrazyMillTM.

    2010
    Einführung der neuen Mikron EcoLineTM, der in Singapur entwickelten und produzierten Automatisierungsplattform für kleine bis mittelgrosse Produktionsmengen.

    2011
    Einführung des Bearbeitungssystems Multistar NX-24: Die CNC-gesteuerte Multistar NX-24 bringt deutlich mehr Flexibilität mit nur geringen Abstrichen bei der Kadenz.

    2012
    Mikron erweitert das Automationsgeschäft und übernimmt die IMA Automation Berlin GmbH. Mit der Integration des Unternehmens als selbstständige Einheit innerhalb der Division Automation stärkt die Mikron Gruppe ihre Marktposition.

    2012
    Als letzte Gruppengesellschaft erlangt auch Mikron Shanghai das Qualitätszertifikat ISO 9001.